Pädagogischer Tag 2005

Service Learning

Frau Professor Dr. Sliwka,
Bildungswissenschaftlerin an der Universität Trier,
hält den Einführungsvortrag.

Links:
http://www.uni-trier.de/~paeda/pers_abt/sliwka/sliwka-index.html
http://www.blk-demokratie.de/fortbildungen/interne-fortbildung/service-learning/

Programm

Der Pädagogische Tag im Schuljahr 2005/2006
stand unter dem Thema „Service Learning“

Es ist ja das Kerngeschäft der Schule: Lehren und lernen, das Was und das Wie, und dabei das Ziel nicht aus den Augen verlieren, non  scholae – sed vitae, also nicht für die Schule, aber in der Schule - und vielleicht nicht nur fürs Leben, sondern auch vom Leben. Genau damit hat Service Learning zu tun.
Obwohl der Begriff zunächst viele befremdete, gelang es Frau Prof Sliwka von der Uni Trier (Bild) mit ihrem begeisterten und begeisternden Vortag auch die Skeptiker zu überzeugen.
Sie machte deutlich, dass sich hinter Service Learning nicht eine oberflächliche Vorstellung von Schule als Dienstleister nach außen verbirgt, sondern ein Konzept der Persönlichkeits-entwicklung: junge Menschen reifen, indem sie ein Stück reale Verantwortung übernehmen.
Dies  kann in ganz kleinem Rahmen geschehen – unter den Beispielen aus wirklich aller Welt, die Prof Sliwka vorstellte, war auch ein Kindergarten - und führt über die Schule hin zur Verantwortung für die Menschen um mich herum, für die Gesellschaft, in der ich lebe.
Ein Mensch, der in solchen kleinen Schritten lernt „zuständig“ zu sein, wächst wie von selbst in die großen Verantwortungen hinein.
Für manche war´s vielleicht überraschend zu hören – für alle aber angenehm, denn wer lässt sich nicht gerne loben? – dass diese Form des Lernens am FLG bereits in vielen – großen und kleinen  - Projekten verwirklicht wird: Schüler übernehmen als Tutoren Verantwortung für die Schulneulinge, engagieren sich in künstlerischen, musikalischen und wirtschaftlichen Projekten für die Lebenshilfe oder für Waisenkinder in Rumänien und vieles mehr.
Freilich war das auch Grund für die Vorbehalte dem Thema gegenüber gewesen - eine Schule, die sich schon so vielfältig engagiert, kann nicht noch mehr „stemmen“.
Dass es aber gar nicht noch mehr große Projekte sein müssen, zeigte dann die intensive Arbeit in Kleingruppen. Das Ergebnis: viele kleine, mit relativ wenig Aufwand umsetzbare – aber feine Ideen. Ein paar Beispiele: Schüler helfen Schülern in der Mittagspause bei den Hausaufgaben,  Schüler bieten Informatik für Erwachsene (Lehrer, Eltern...) an, Schüler stellen Kontakt zu den Senioren des nahe gelegenen Wohnheims her, führen Interviews, aus denen ein Buch mit Biographien entstehen könnte – im Rahmen des Deutschunterrichts, Schüler führen Energieberatung durch, erarbeiten Materialien (z.B. Spiele) für die kommenden Schülergenerationen, Schüler geben ein Benefizkonzert für die Schule. Das zuletzt genannte Projekt ist bereits im Werden.

Pause

StR Johannes Klehr begrüßt Peter Grau,
den Leiter der CariThek für ehrenamtliches Engagement in Bamberg

Die CariThek bietet ihre Hilfe zur Umsetzung von Service Learning-Projekten an.

Links:
http://www.caritas-bamberg.de/presseinfos/2003/2003-april-04.html

http://www.caritas-bamberg.de/fachtagung/freiwilligenmanagement/bericht-ehrenamtliche.html

Auch das "freiwillige soziale Schuljahr", das Peter Grau (Caritas Bamberg) als der zweite Referent des Tages vorstellte, wurde ins Projektprogramm aufgenommen. Seine im Entstehen begriffene CariThek bietet gerne ihre Hilfe zur Umsetzung von Service Learning-Projekten unserer Schule an. Eine wertvolle vernetzungsmölichkeit vor Ort !

Interessant am Rand:  viele der von Prof. Sliwka vorgestellten Schulen hatten nach dem Service - Learning - Konzept wie nach dem letzten Strohhalm gegriffen, nämlich erst dann, als die herkömmlichen Rezepte versagten. So lange wollen wir nicht warten – oder?


Johannnes Klehr und Uli Koch, die Organisatoren und Moderatoren dieses inspirierenden Nachmittags, ernteten dankbaren Beifall.

Eva Pachale

www.unterrichtshomepage.de
Ulrich Koch - Unterrichtshomepage für Deutsch und Englisch am FLG Bamberg