Gemeinsames Zeltlager und Arbeiten
in der LIAS-Umweltgrube 2007

Wie gut Behinderte und nichtbehinderte Jugendliche zusammenarbeiten können und wie gut sie sich verstehen, erfuhren die Teilnehmer eines besonderen Projekts am Schuljahresende:
Schwer bepackt mit Campingausrüstung waren in der letzten Schulwoche acht Schülerinnen und Schüler aus den neunten und zehnten Klassen des Franz-Ludwig-Gymnasiums zusammen mit ihren Lehrkräften Felizitas Vogel und Stephan Mayr zur Umweltstation Lias-Grube in Unterstürmig bei Buttenheim aufgebrochen. Dort trafen sie auf weitere Zeltlagerteilnehmer der Bamberger Lebenshilfe-Werkstätten und deren Betreuer Eduard Zöbelein und Markus Pöllmann-Bojer.

Da sich das alljährlich stattfindende Projekt bereits sehr großer Nachfrage von Schülern erfreut, die Teilnehmerzahl aber begrenzt ist, kann sich jeder, für den sich das Los letztendlich entschieden hat, als glücklich schätzen, denn wann bekommt man schon einmal eine so spannende Abwechslung vom Schulalltag und kann noch dazu als Gymnasiast, dem teilweise zurecht nachgesagt wird, zwar in der Theorie gebildet und geistig fit zu sein, dafür aber im hauswirtschaftlichen und handwerklichen Bereich weniger bewandt, einen Einblick in das Handwerk erlangen, neue technische Fähigkeiten erlernen und selbst praktisch anwenden.

Hauptziel dieses Zeltlagers war aber, dass Jugendliche und Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen sich kennenlernen und akzeptieren, Freundschaften schließen und miteinander als Team sinnvoll tätig werden.

So wurde in mehreren Arbeitsgruppen auf der Baustelle in der Lias-Grube mitgeholfen. Die Tätigkeiten reichten von Dachdecken und Instandsetzung eines Erdkellers über die Fertigstellung einer natürlichen Kläranlage bis hin zum Verputz eines Hauses mit Lehm und dem Bau eines Fachwerkhauses. Jeden Tag war eine andere Gruppe mit dem Küchendienst an der Reihe, da eine so große Truppe hungriger Handwerker natürlich auch gestärkt werden will. So wurde unter dem Küchenzelt eifrig gekocht, im Lehmbackofen Pizza gebacken und man sammelte Wildkräuter für leckere Salate.

Auch wenn das Wetter teilweise nicht so mitgespielt hat, gab es doch immer gute Laune und die Tage ließ man bei einem gemütlichen Lagerfeuer ausklingen. Alle Teilnehmer zogen eine positive Bilanz: Sie haben wertvolle Erfahrungen gesammelt und neue Kontakte geknüpft oder alte verstärkt. Man freut sich bereits auf ein baldiges Wiedersehen beim Nachtreffen in den Lebenshilfe-Werkstätten im nächsten Schuljahr, wo Fotos und Erinnerungen ausgetauscht werden sollen.
Julia Thomann, 11e
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