Nina Kaiser und Sebastian Weidinger

Bericht über den Besuch bei der Kontakt- und Beratungsstelle Frau & Beruf am 30.03.2001


Bei unserem Gespräch mit der Diplom-Psychologin Frau Claudia Meyer und der Diplom-Soziologin Frau Christel Bastian, das in der Beratungsstelle Frau & Beruf in der Luitpoldstraße 40a stattfand, wurden unsere Fragen offen und bereitwillig beantwortet. Wir erfuhren unter anderem, dass Träger dieser im Mai 1998 gegründeten Beratungsstelle die Euro-Schulen Bamberg sind. Aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Arbeitsamts Bamberg wird Frau & Beruf zusätzlich finanziert.

Zu den Aufgaben der beiden Beraterinnen wurde uns erklärt, dass zwar enger Kontakt zum Arbeitsamt Bamberg bestehe, die Beraterinnen diesem aufgrund des Datenschutzes weder Personalien noch andere Informationen über die beratenen Frauen mitteilen. Der enge Kontakt zwischen Frau & Beruf und dem Arbeitsamt Bamberg besteht darin, sich gegenseitig über anstehende Fragen und das Fachwissen miteinander auszutauschen. Dazu finden immer wieder gemeinsame Sitzungen statt. Einmal monatlich berät Frau & Beruf zusätzlich vor Ort in Forchheim und Lichtenfels Frauen mit Fragen zu beruflichen Anliegen. Die Kontakt- und Beratungsstelle Frau & Beruf berät alle Frauen, die irgendeine Frage zum Beruf haben. Die Frauen müssen jedoch nicht arbeitslos sein, um beraten zu werden. Etwaige Fragen der Frauen können Berufswechsel, sexuelle Belästigung oder Mobbing am Arbeitsplatz sein. Beratung muss immer den Ausgangspunkt Beruf haben, was jedoch nicht bedeutet, dass letztendlich nicht auch die persönliche Lebenssituation immer mit einfliesst, wie z. B Schwangerschaft, alleinerziehend, etc. Hier leistet Frau & Beruf Vorarbeit für das Gespräch mit den Mitarbeitern des Arbeitsamts bzw. für ein mögliches Vorstellungsgespräch, indem beispielsweise u. a. die Frage nach dem Aufenthaltsort des bzw. der Kinder während der Arbeitszeit der Mutter geklärt wird.

Stellen vermittelt Frau & Beruf nicht, da dafür eine Genehmigung des Arbeitsamts Bamberg vorliegen muss und Stellenvermittlung nicht das Aufgabengebiet von Frau & Beruf ist. Auch darf Frau & Beruf keine Rechtsauskünfte geben oder hat ein Stimmrecht in städtischen Sitzungen zum Thema "Beruf". In dem Bericht, den Frau & Beruf jedes Jahr herausgibt, ist die Statistik über die Zahl ratsuchender Frauen enthalten. Die seit September 1998 stetig steigende Zahl von Beratungen zeigt den Bedarf und die Notwendigkeit einer derartigen Beratungsstelle deutlich auf.
In der Statistik sind u. a. die Zahl der Beratungen und die Kurzberatungen (telefonisch/persönlich bis zu 30 Minuten) aufgezeichnet. Im Jahr 2000 lag die Zahl der Beratungsgespräche bei 282, die Zahl der Kurzberatungen bei 395. Bis Ende März liessen sich bereits 104 Frauen beraten, was auf einen noch grösseren Beratungsbedarf im Jahr 2001 schließen lässt.

In einem Beratungsgespräch oder einer Kurzberatung werden die Frauen über notwendige Qualifikationen im Hinblick auf einen Beruf, über Rechte und Pflichten als Arbeitslose, beruflichen Wiedereinstieg und anderes mehr informiert. Nur das Arbeitsamt Bamberg darf Anträge, Formulare, etc. erstellen und genehmigen.
Die beiden Beraterinnen von Frau & Beruf betonen, dass ihr Hauptziel in keinem Fall darin besteht, die Frauen mehr oder weniger in einen Beruf hineinzukatapultieren, sondern vielmehr darin, sie auf die mit der Berufstätigkeit verbundenen Schwierigkeiten vorzubereiten. Letzere werden nämlich des öfteren erst beim Gespräch offensichtlich. Zur Aufteilung der ratsuchenden Frauen in Bamberg ist zu sagen, dass sie ungefähr zu gleichen Teilen direkt aus Bamberg und dem Landkreis Bamberg kommen und das Alter sich größtenteils auf Anfang 30 bis 55 Jahre beläuft. Ausländerinnen sind laut Statistik nicht übermäßig stark vertreten. Tschechinnen und Frauen aus Polen sind bei den Ausländerinnen in der Überzahl. Zusätzlich zur Beratung der Frauen sind auch einige Arbeitskreise gegründet worden.
In Bamberg ist im November 1998 das Frauennetzwerk baff (beruflich aktive Frauen in Franken) entstanden. Darin haben sich Frauen aus verschiedenen Branchen zusammengeschlossen um sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen, berufliche Kontakte zu knüpfen und die eigenen beruflichen Kompetenzen zu nutzen und auszubauen.

Natürlich wird für Frau & Beruf auch Werbung gemacht. Neben der Broschüre Frau & Beruf und dem jährlichen Veranstaltungsprogramm, die über Frau & Beruf und ihre Angebote informieren und die von den Beraterinnen selbst erstellt werden, wird im Radio Werbung gemacht und in der örtlichen Presse über Seminare und Vorträge informiert.


Ulrich Koch Unterrichtshomepage für Deutsch und Englisch am FLG Bamberg