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Inhalt
Zipperlein spricht gar zu gerne dem Wein seines Nachbarn Lukas zu.
Dieser Zechkumpan hat ein Auge auf Zipperleins hübsche Nichte Marie
geworfen, die aber von ihm nichts wissen will. Ihr Herz gehört dem
Jugendfreund Anton. Mit einer kleinen List gelingt es Anton und seinen
Schauspielerfreunden, die Sache für sich zu entscheiden. Nachdem Zipperlein
und Lukas - voll des schweren Weins - eingeschlafen sind, verwandeln Antons
Freunde das Zimmer, so dass sich die beiden Trunkenbolde beim Erwachen,
umgeben von Geistergestalten, in die Hölle versetzt glauben. In seiner
Not gelobt Zipperlein dem gebieterischen Höllenfürsten Pluto
(Anton in Verkleidung), dem Wein abzuschwören und seine Frau Katharine,
die trotz der erlittenen Misshandlungen ein gutes Wort für ihn einlegt,
künftig zu lieben und zu ehren. Lukas bleibt bei seinem Wein, und
Anton - die Plutoverkleidung abwerfend - deckt die Komödie auf und
bekommt seine Marie. |
Musik
Die Partitur - Ouvertüre, Arien, Duette, Terzette, ein Quartett
mit Chor und eine Sinfonia als Verwandlungsmusik - zeugt von einer souveränen
Beherrschung der Formen und Mittel der komischen Oper. Die einzelnen Arien
und Lieder stellen teilweise echte Charakterstücke dar, z. B. wenn
in Zipperleins Arie „Ah, welch vortrefflicher Wein" das Lallen und Torkeln
des Trunkenbolds geschildert wird, oder in Katharines Arie „Willst Zwang
und Mühen du fliehen" das Geschrei der Kinder durch chromatische Läufe
in den Violinen und das Brummen des Vaters durch die Bässe illustriert
werden. Plutos Androhung der Prügelstrafe wird im Orchester durch
trockene Pizzicati symbolisiert. Die Höllenszene wirkt wie eine parodistische
Vorwegnahme der Unterweltszene in „Orpheus und Eurydike" und Antons Arie
„Liebe ward mit uns geboren" steht in unmittelbarer Nähe zur Orpheusklage
„Ach ich habe sie verloren". |