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| Die Meinungen über den zwischen den Jahren 1594 und 1596 – vermutlich anlässlich einer Fürstenhochzeit – verfassten Sommernachtstraum von William Shakespeare waren schon immer vielfältiger Natur: So nannte der englische Tagebuchschreiber Samuel Pepy nach einer Aufführung bei Hofe (1662) den Sommernachtstraum „das dümmste und lächerlichste Stück“, das er je in seinem „ganzen Leben gesehen habe“. Die englischen Romantiker stilisierten Shakespeare eineinhalb Jahrhunderte später hingegen zum „greatest Master of the Romantic drama“ und William Hazlitt schwärmt 1816 von der `vollkommenen Traumwelt´ im Sommernachtstraum. Nach einigen mehr oder weniger gelungenen Übersetzungsversuchen von Shakespeares Werk ins Deutsche und einer eingehenden Shakespeare-Rezeption lag 1839/40 endlich die wohl bekannteste und nicht unumstrittene „Schlegel-Tieck“ Übersetzung in 12 Bänden vor. 1843 fand schließlich die deutsche Erstaufführung des Sommernachtstraums statt – in Form eines romantisch-poetischen Märchenspiels, inszeniert von Ludwig Tieck und untermalt von der Bühnenmusik Felix Mendelssohns. | |
| Seitdem gibt es zahllose Inszenierungen,
die den Sommernachtstraum zum Märchen werden lassen, zur Komödie
über das menschliche Ausgeliefertsein an seine Sexualität oder
aber etwa zum „Spiel um Theater und seine illusionäre Kraft“ (S. Fielitz).
Mutig und nach „bedenklichem Bedenken“ (Schnauz, der Kesselflicker) schreckt nun auch die Theatergruppe des E.T.A. Hoffmann-Gymnasiums im Jahre 2002 nicht davor zurück ihren Beitrag zu leisten. Die Handlung Das Gebäude des E.T.A. Hoffmann-Gymnasiums wird zur Midsummernight,
der Johannisnacht, zum athenischen Hof, an dem Verstand und Recht regieren.
Der Herrscher Theseus plant mit seiner Braut Hippolyta die gemeinsame Hochzeit.
Nichtsdestotrotz ruft ihn sein Untertan Egeus als Richter an: Er möge
die Ehe seiner Tochter Hermia mit dem von ihr ungeliebten Demetrius, erzwingen
– gegen den Willen des eigentlichen Liebespaares Hermia und Lysander.
Diesen folgen wir, das Publikum, zur Freilichtbühne der Schule,
wo uns alle die nahende Nacht mit der Welt der Elfen, des Triebhaften und
Irrationalen erwartet. Die Herrscher dieses Reichs, Oberon und Titania,
liegen im Zwist, in den unversehens Hermia, Demetrius und Helena und Lysander
– wie auch die Handwerker, allen voran der selbstgefällige Angeber
Niklaus Zettel –, hineingeraten. Den Weg für deren und Titanias Sommernachtstraum,
ihre Verwirrung und die Verknüpfung aller Gruppen ebnen Oberon und
sein treuer Hofnarr Puck mit ihrer Zauberei: Lysander entbrennt in plötzlicher
Liebe für Helena, so auch Demetrius, und Titania verliebt sich in
einen Esel, den verwandelten Niklaus Zettel. Die verzweifelte Hermia will
niemand.
Mit der höfischen Gesellschaft werden wir nun Zuschauer des Spiels im Spiele, dem „Theater“ der Handwerker vor Theseus’ Thron, nach dessen Ende das wieder vereinte Paar Oberon und Titania mit ihrem Diener Puck Einzug halten und den Menschen ihren Segen spenden Sf.
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