Grundkurs Dramatisches Gestalten der 12. Jahrgangsstufe zeigte:
King Kongs Töchter
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Omi, dich mache ich heut nacht zur Wunderkerze, dich tisch ich
nochmal ganz groß auf.

Ein aufsehenerregender Prozess gab den Anstoß zu diesem Stück, das auf einer wahren Begebenheit beruht. Drei Altenpflegerinnen fühlen sich gefangen in ihrem Beruf. Sie haben Angst vor dem Alter, mit dem sie durch ihre Patienten täglich konfrontiert werden. Ihre Flucht aus dieser Angst findet ein tödliches Ventil: Jene Schützlinge, die ihnen ausgeliefert sind, bringen sie nacheinander um. Und sie verschaffen ihnen spektakuläre Abgänge, denn für den letzten großen Auftritt werden die Todeskandidaten zu  Hollywood-Legenden umgeschminkt

Frag nicht nach Sonnenschein

Die Bühne ist ein Seniorenzentrum, dessen starrsinnige Insassen mit ihren bizarren Verfallserscheinungen das Betreuungspersonal zur Weißglut treiben. Mit hochgradiger Genauigkeit agieren Todgeweihte, an denen zwar alles originell und intensiv erscheint, aber nichts mehr lebensfähig, würdevoll oder gar angenehm. Man fragt sich, warum hier das Alter nur als Panoptikum ultimativer Trostlosigkeit denkbar ist. Und man erkennt, dass es weniger um die Pein der Alten geht als vielmehr um die Panik der Jungen. (...) Die Autorin ist Martin Walsers wortgewaltige Tochter Theresia. Dreiunddreißig Jahre jung. Nicht mehr jung genug, um die Vergänglichkeit des Lebens zu verdrängen. Der Bevölkerungsanteil der Alten wächst. Die gestiegene Lebenserwartung verschlimmert  die Hilflosigkeit des Alters. Von einzelnen jungen Krankenschwestern liest man in Prozessberichten, sie hätten ihren greisen Patienten Todesspritzen verpasst, weil sie das Elend nicht mehr ertrugen. (_) Wie die meisten jungen Autoren zielt Theresia nicht auf einen dramatischen Handlungsablauf, sondern auf eine  alptraumatische Zustandsbeschreibung, Friedrich Dürrenmatt sagte noch, eine Geschichte sei dann zu Ende erzählt, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung   genommen habe. Für seine Enkelinnen und Enkel sind die schlimmstmöglichen Wendungen das tägliche Brot, Ihre Bühnenwerke sind 'Stücke' im wahren Sinn des Wortes, sie brechen halt ab, wenn der Autor die Schmerzgrenze erreicht hat.

Schauplatz Altenheim

Eine kleine vergessene Gesellschaft in der Endstation, Drei alte Frauen, drei alte Männer und drei selbsternannte Seniorendompteusen. Wer hat die lauteste Krankheit? Wer ist Meister im Schikanchenspiel? Wer überlebt die Libellen noch um einen Sommer? Fragen, mit denen sich Berta, Caria und Meggie, die Pflegerinnen täglich beschäftigen. Ein Alltag zwischen Inkontinenz und Euphemismus, Flatulenz und Flughafensehnsucht, kaum auszuhalten, wenn, ja wenn sie nicht auch King Kongs Töchter wären und Chefdisponentinnen des Todes, die den Beruf zur Berufung machen: was sie zu Ende bringen, soll glanzvoll sein. Und so arrangieren sie den Tod ihrer Schützlinge als Sterbeszenen großer Filmstars, King Kongs Töchter ist ein erfrischend respektloses, doch nie die Menschen bloßstellendes Stück über das Ende des Lebens, abgründig und poetisch. Pechschwarz glänzt der Humor. In lauter kleine Kunstzeremonien hat die Autorin, hart und virtuos, das Stück zerlegt und so seine spielerischen Qualitäten hervorgekehrt. In der Groteske entschleiert sich das Grauen, im Geisterhaus fällt die Stunde der Wahrheit"

Theresia Walser sagt über King Kongs Töchter:

„Das Stück spielt in einem Altersheim. Eine kleine vergessene Gesellschaft in der Endsituation. King Kongs Töchter sind die Pflegerinnen. Drei junge Frauen, die daran zweifeln, ob das wirklich ein Beruf sein kann, ein Beruf, in dem letztendlich nichts gelingt. Dieser Hilflosigkeit wollen sie sich nicht überlassen, was sie zu Ende bringen, soll glanzvoll sein. Sie betreiben den Tod als vitales Spiel, inszenieren die Alten in Todesszenen großer Stars... Gestorben wird an den Todestagen der Vorbilder. Der Tod ist ein Termin, sagen sie, wir sind die Chefdisponentinnen. Das Stück spielt in einer Nacht, einerseits beschreibt es den Vorgang einer solchen Inszenierung, eine alte Frau Mae West auf dem Sofa sterben. Andererseits beschreibt es splitterhaft die Unruhe der alten Bewohner in ihrer schlaflosen Zeit Doch mittenhinein stolpert Rolfi, ein junger Kerl von der Straße, ein Abenteurer.."