Theater ohne Textbuch

„Die Improleten“ machen Impro-Theater, 18. April 2007

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"Heute wird´s so richtig intim!" – Improleten zeigen ein Feuerwerk an Premieren

Ein ganz neues Theatergefühl vermittelten die sieben Mitglieder der seit diesem Schuljahr aktiven Mitglieder der neu gegründeten Improvisationstheatergruppe unter der Leitung von Martin Stübinger. Zarah Bruhn, Steffi Bischoff, Silke Kandzora, Anne Schmidt, Conny Weidner, Sophie Zwosta und Jonny Walzer luden das Publikum zu einem spannenden, unvorhersehbaren, abwechslungsreichen und witzigen Abend ein und boten auch den Zuschauern die Möglichkeit an dieser besonderen Art "Theatersport" mitzuwirken.

Da wurde pantomimisch und geräuschvoll eine Maschine zum Herstellen von Salamibrötchen imitiert, und wenn zwei Schauspieler eine Person spielen müssen, wird es interessant, wenn ein Hund in die Wohnung der Nachbarin pinkelt. Kreativ, reaktionsschnell, einfallsreich und mit einer großen Portion Humor führten die Akteure in immer neue Welten ein, die nur durch das Zurufen weniger Begriffe aus dem Zuschauerraum spontan kreiert werden mussten. Da sitzt ein Schriftsteller an seiner Schreibmaschine, denkt laut über den zu verfassenden Text seines Romans "Versteckt im Keller der blauen Häuser" nach, der dann zeitgleich im Hintergrund nachgespielt wird. Wenn der Autor dann ins Stocken gerät, muss eben Hans-Dieter als deus ex machina helfen, dass die Szene zu Ende gebracht werden kann. Gestenreich und toll die Darstellung der Gebärdendolmetscherin, die eine Live-Sendung der Nachrichten zum Thema "Knut frisst einen Seehund" übersetzen muss. Da konnte man lauthals lachen, wie es ja eingangs in den Erläuterungen zu den Regeln des Improvisationstheaters auch gewünscht wurde. Schwierig wird es auch, wenn man eine Talkshow zum Thema "Bier um zehn" nachspielen muss, dabei aber nur eine festgesetzte Anzahl von Wörtern pro Satz verwenden darf. Da lässt sich Situationskomik zum Glück nicht verhindern. Gefühle spielen eine große Rolle im Improvisationstheater. Wenn dann abwechselnd eine hysterische, eine beunruhigte, eine stille, eine verständnisvolle, aber auch nasenbohrende Figur dem Spielpartner aus der Mausefalle helfen muss, kommt es zu abstrusen Situationen, und das Publikum wartet gespannt, was nun wieder Neues passiert. Aber auch dieses wird zur aktiven Mitarbeit aufgefordert, müssen doch zwei Zuschauer unbewegliche Puppen in einem Fußballspiel zum Leben erwecken, für Bewegung, Mimik und Gestik bei ihren Marionetten sorgen, was gar nicht so einfach ist. Schickt man in der nächsten Impro-Runde einen Spieler hinaus, der dann einen Wissenschaftler darstellen soll, welcher aber im Interview nicht weiß, was er eigentlich erfunden hat, nur durch die Fragen des Reporters herausfinden kann, dass es sich um eine "Regentropfenzählmaschine" handelt, dann ist große Konzentration und schnelle Reaktion gefordert – ein spannender Moment!

Immer wieder müssen die "Improleten" rasch auf Zurufe oder das Verhalten ihrer Mitspieler reagieren, dürfen nicht den Faden verlieren – eine Aufgabe, die sie mit Bravour erledigen. Viele abwechslungsreiche Szenen, die geboten wurden, und es bleibt den "Improleten" nur zu wünschen, dass sie beim nächsten Mal noch viel mehr Besucher begrüßen dürfen. Übrigens sucht die Truppe noch Mitspieler und würden neue Gesichter gerne in ihren Reihen begrüßen.

Wolfgang Metzner













Plakatfoto: Zarah Bruhn, Plakatgestaltung: Silke Kandzora, Fotos: St Thienel

18. 04. 2007/Th