Der GK Dramatisches Gestalten  der KS12 zeigt:
Hexenjagd von Arthur Miller
09. /10. Juli 2004
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Liebe Theaterfreunde,

die Oberstufenbühne KS 12 lädt herzlich ein:
zur Aufführung von Arthur Millers

HEXENJAGD

am 9. und 10. Juli 2004, 19.30 Uhr
in der Unteren Turnhalle des
E.T.A. Hoffmann-Gymnasiums

Auf zahlreiches Erscheinen freuen sich
die Teilnehmer des Grundkurses Dramatisches Gestalten, 
die „Verstärkung“ aus Ober- und Mittelstufe,

Kh. Schoofs & H. Landgraf
 
ARTHUR MILLER: „HEXENJAGD“
[Englischer Originaltitel: „The Crucible“; Entstehung: 1952-53; Uraufführung in New York: 1953]

Schauplatz: SALEM (heute: Denvers) in der Nähe von Boston / Massachusetts, Frühjahr - Herbst 1692

„Wir sind, wie wir immer waren, doch ein paar hysterisch kreischende Kinder bestimmen jetzt den Lauf der Dinge, und niedere Rache wird zum Gesetz.“ John Proctor
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„Ein Feuer, ein Feuer brennt. [...] Denn alle, die zögern, den Menschen aus seiner Unwissenheit herauszuführen, so wie ich gezögert habe, und wie Sie es jetzt tun, werden von Gott besonders bestraft.“ John Proctor

DIE HANDLUNG - SALEM / MASSACHUSETTS, FEBRUAR 1692

In dem puritanischen Städtchen Salem breitet sich ein Feuer unter den gottesfürchtigen Bürgern aus - ein Feuer, dessen Funke aus dem alten Europa über den Atlantik in die neue Welt übergesprungen ist: der Hexenwahn. Auslöser ist der nächtliche Tanz einiger Mädchen mit der abergläubischen Sklavin Tituba im Wald, die bei ihrem „unzüchtigen“ Treiben von Pastor Parris ertappt werden. Aus Angst vor einer drakonischen Strafe durch die starren puritanischen Regeln und Gesetze flüchten die Mädchen in eine Art Hysterie und täuschen unerklärliche Anfälle vor. Auch Betty, die einzige Tochter des stets nur auf seinen materiellen Vorteil bedachten Pastors Parris, und seine berechnende Nichte Abigail sind daran beteiligt. Weitere unheimliche Vorfälle und nicht zuletzt der religiöse Fanatismus mit seinem Hang zum Irrationalen führen unweigerlich zu dem Schluss, dass der Teufel in Salem am Werk sein müsse.
Geschürt von der Aussicht darauf, ungeliebte Konkurrenten zu denunzieren, diese auszuschalten, sich zu bereichern und zu profilieren, eskaliert die Situation und erstickt jeglichen gesunden Menschenverstand im Keim. Der Fall wird der Kirche und dem obersten Gericht überantwortet. Von den Vertretern der Obrigkeit und „anständigen“ Bürgern Salems in die Enge getrieben, sehen die Mädchen ihre einzige Rettung in der Anklage der wehr- und „wertlosen“ Außenseiter der frommen Gesellschaft Salems. So werden die Sklavin Tituba und die Bettlerin Sarah Good die ersten Opfer, die der Hexerei und des Verkehrs mit dem Teufel beschuldigt werden. Die Mädchen werden zum Dreh- und Angelpunkt des Geschehens und erkennen ihre ungeahnte Macht, die sie durch immer neue Beschuldigungen gegen Hunderte von achtbaren Bürgerinnen und Bürgern missbrauchen.
Die Perversion der folgenden Hexenprozesse liegt auf der Hand: Wer leugnet, wird hingerichtet, wer gesteht, dem wird das Leben geschenkt – unter der Bedingung, dem Gericht weitere Namen preiszugeben. Dutzende rechtschaffener Bürger werden verurteilt und durch den Strang hingerichtet. Abigail, die Rädelsführerin des Komplotts, erkennt darin ihre Chance, sich der Frau ihres früheren Arbeitgebers, des Bauern John Proctor, zu entledigen, um ihn nach ihrer gemeinsamen ehebrecherischen Affäre ganz für sich zu gewinnen. Elizabeth Proctor wird von ihr angeklagt, des Paktes mit dem Teufel beschuldigt und schließlich zum Tode verurteilt.
Obwohl Elizabeth und John Proctor das Spiel durchschaut haben, und er dem Gericht seinen Ehebruch und die wahren Beweggründe Abigails und der Mädchen offenbart, gibt es keinen Ausweg. Selbst als der einflussreiche Pastor Hale, der kirchliche Hexenbeauftragte, die wahren Hintergründe erkennt, ist es diesem unmöglich, dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten. Auch John Proctor wird von dem obersten Richter, dem Stellvertretenden Gouverneur Danforth, wegen Hexerei zum Tode verurteilt. Am Tag vor seiner Hinrichtung wird er vor die Wahl gestellt: Er kann öffentlich gestehen und somit sein Leben retten, oder aber er bleibt aufrecht und leugnet weiterhin standhaft und entscheidet sich somit für seine Ehre, die Wahrheit und die Solidarität mit seinen unschuldig hingerichteten Mitmenschen ...

DIE  USA  MITTE  DES  20. JAHRHUNDERTS

New York / 19. Juni 1953: Im Martin-Beck-Theater erklingt der Trommelwirbel,  der die Hinrichtung John  Proctors ankündigt, das Publikum erhebt sich und steht schweigend zum Gedenken an Julius und Ethel Rosenberg, die während der Vorstellung im Zuchthaus Sing Sing / Kalifornien auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet werden. Ihr Verbrechen: Spionage für die Sowjetunion, ein Vorwurf, der bis heute äußerst fragwürdig geblieben ist.
Ihre Hinrichtung führte die Liste der Opfer an, welche die antikommunistische Hetzkampagne des Senators Joseph Mc-Carthy aus Wisconsin von 1950 bis zu seinem Sturz im Jahre 1954 forderte. Entfacht von der Furcht vor einer Expansion des Kommunismus, vor einer kommunistischen Unterwanderung der USA und dem Ausbruch des Koreakrieges 1950 wurde der Nährboden für eine Hysterie und ein Klima der Angst unter weiten Teilen der amerikanischen Bevölkerung geschaffen. Diese Situation nutzten republikanische, rechtsnationale und rassistische Kreise für ihre oftmals rein persönlichen Interessen und schürten die öffentliche Meinung, was zur Wahl des Republikaners Dwight D. Eisenhower zum amerikanischen Präsidenten (1953-1961) und dem weiter zunehmenden Einfluss McCarthys führte. Ziel war es, jegliche liberale Bestrebungen und Kritik am System, geschweige denn an der Regierung, zu unterbinden und die eigene Macht auszubauen. Kritiker, innenpolitische Gegner und Intellektuelle wurden unter dem Vorwand der Ausschaltung jeglicher kommunistischer Aktivitäten mundtot und unglaubwürdig gemacht, verhaftet und verhört, psychisch gebrochen und ihre Lebensgrundlagen zerstört.
Wir hören noch John Proctors fassungslose Frage: „Der Beweis, der Beweis?“, die unter dem Geschrei der Ankläger untergeht. Der bloße Verdacht einer systemkritischen Gesinnung genügte, um auf die Liste derer gesetzt zu werden, die aufgrund „unamerikanischer“ Aktivitäten vor den Untersuchungsausschuss McCarthys nach Washington D.C. zitiert, angeklagt und verurteilt wurden. Nicht die Schuld des Angeklagten, sondern seine Unschuld musste bewiesen werden. Dort konnte sich der Verdächtige allerdings auch als guter amerikanischer Staatsbürger erweisen und durch seine Kooperation, sein Geständnis und das Denunzieren anderer subversiver Elemente Straffreiheit zusichern lassen. Ihm wurde öffentlich und großmütig vergeben. Wer leugnete, wurde der Gerichtsbarkeit überstellt und musste mit empfindlichen Strafen und Berufsverbot rechnen.

„Fasse Mut, du musst uns ihre Namen sagen. [...] der Teufel geht um und nagt an ihnen wie ein Raubtier am Fleisch des unschuldigen Lammes. Gott wird dich für deine Hilfe segnen ...“
Pastor Hale beim Verhör der Sklavin Tituba

ARTHUR MILLER (*1915 / New York) verfasste seine „Hexenjagd“ („The Crucible“, dt.: Der Schmelztiegel oder Die Feuerprobe) vor diesem politischen Hintergrund und wurde als kritischer Intellektueller selbst vor den Kongressausschuss zur Verfolgung politisch Andersdenkender, das „House Committe on Un-American Activities“ geladen. In den historischen und belegten Hexenprozessen des Jahres 1692 in Salem / Massachusetts fand er den geeigneten Stoff für sein Drama, wobei die auffälligste Veränderung das Einarbeiten der Affäre zwischen John Proctor und Abigail sein dürfte.
Zur Aktualität der „Hexenjagd“ kommentierte nicht etwa Michael Moore, sondern Arthur Miller in einem Interview mit der BBC im August 2003:

"This threat from abroad [the Soviet Union in the 1950s] is a very useful way of holding onto power. We've got it now with Bush and Iraqis."

Arthur Miller
DIE FIGUREN UND IHRE DARSTELLER 

BETTY  PARRIS 
REVEREND  SAMUEL  PARRIS 
TITUBA 
ABIGAIL  WILLIAMS 
SUSANNA  WALCOTT 
ANN  PUTNAM 
THOMAS  PUTNAM 
MERCY  LEWIS 
MARY  WARREN 
JOHN  PROCTOR 
REBECCA  NURSE 
GILES  COREY 
MARTHA  COREY 
REVEREND  JOHN HALE 
ELIZABETH  PROCTOR 
FRANCIS  NURSE 
EZEKIEL  CHEEVER 
JOHN  WILLARD 
RICHTER  HATHORNE 
DANFORTH, Stellvertreter des Gouverneurs 
SARAH  GOOD 
DIE  MÄDCHEN

Lisa Wölfel (10a)
Andreas Richl (KS 12)
Ramona Zeck (KS 12)
Natalie Buck (KS 12)
Jana Vetten (9k)
Marei Uter (KS 12)
Andreas Degelmann (KS 12)
Miriam Friedrich (10b)
Sina Schaub (KS 12)
Michael Jakubaß (KS 12)
Britta Lohneiß (10 b)
Teresa Baier (KS 12)
Hannah Schneider (10b)
Stefanie Grießl (KS 12)
Maggy Sperl (KS 12)
Andreas Degelmann (KS 12)
Hannah Schneider (10b)
Benedikt Kügel (11k)
Miriam Friedrich (10b)
Marei Uter (KS 12)
Lisa Wölfel (10a)
Saskia Schmitt, Anne Schmidt, Verena Bornmüller (alle 8c)
Technik und Beleuchtung: Wolfgang Schömig, Benedikt Isenrath, Robin Bruhn, David Karl, Bernhard Bisping, Dominic Schneider, Lorenz Sykora, Lars Hendricks , Markus Mathy
Maske: Ulrike Bast, Ramona Zeck, Maxie Wilke, Maria Pfeiffer, Sabine Rieß
Bühnenbild: Natalie Buck
Choreografie: Ramona Zeck
Souffleur: Benedikt Leiter
Leitung: OStR Schoofs,  StR Landgraf

Unser besonderer Dank gilt

Klaus  Köberle [Licht und Ton],
dem E.T.A. Hoffmann-Theater: Frau  Krause [Theaterfundus],
der Mittelstufen-Theatergruppe des Clavius-Gymnasiums für die gelungene und inspirierende Aufführung

und a l l e n, die uns tatkräftig unterstützt haben.