E.T.A. Hoffmann (1776-1822) ist als
ein romantischer Erzähler
berühmt geworden - doch seit seiner Jugend hatte sich der Jurist
vor
allem der Musik verschrieben. Seine ersten Kompositionen stammen aus
seiner
Zeit als Rechtsreferendar (eine Sinfonie, Klaviersonaten). Aus
Bewunderung
für Mozart änderte er seinen dritten Vornamen in "Amadeus".
Die
Chance zu einer neuen Karriere ergab sich am Bamberger Theater, wo er
1808
eine Stelle als Kapellmeister übernahm. Als die erste
Opernaufführung
mißlang, musste er Privatunterricht geben und sich in sein
"Poetenstübchen"
zurückziehen - in seiner Wohnung am heutigen Schillerplatz. Dort
entstanden
seine ersten großen Erzählungen, z.B. Don Juan mit dem
gegenüberliegenden
Theater als Schauplatz, an dem er in Ungnade gefallen war. Phantasie
und
Wirklichkeit gehen in diesen Texten stets ineinander über - ein
romantischer
Zug seiner Literatur, die auch realistische und satirische Tendenzen
aufweist.
Der erste Band mit phantastisch-skurrilen Erzählungen erschien
1814
in Bamberg (Fantasiestücke in Callots Manier) - einige Monate,
nachdem
der Autor die Stadt bereits wieder verlassen hatte, um erneut einem Ruf
als Kapellmeister zu folgen. Auch diese Hoffnung zerschlug sich, und
Hoffmann
wurde angesehener Kammergerichtsrat in Berlin. Hier schuf er den
größten
Teil seiner literarischen Werke (Serapionsbrüder, Kater Murr,
Elixiere
des Teufels). Bamberg hatte manche motivische Spuren hinterlassen. Vor
allem gehen zwei Opern auf diesen fünfjährigen Aufenthalt
zurück:
Aurora und Undine. Dieses Bühnenwerk, nach einer Eingebung auf der
Altenburg entstanden, gilt heute als die erste romantische Oper in
Deutschland
(vor Webers Freischütz). Sie wurde während Hoffmanns Berliner
Zeit mit großem Erfolg aufgeführt. Heute erfreut sich seine
Musik zunehmender Beliebtheit. Als Zeichner und Karikaturist ist ihm
jedoch
die Anerkennung lange versagt geblieben, obwohl er seine eigenen Werke
mit unnachahmlichen Illustrationen versehen hat. Man denke nur an
Johannes
Kreisler, den wahnsinnigen Musiker, der - vielleicht als eine Art alter
ego des Autors - in verschiedenen Texten auftritt. E.T.A.Hoffmann
führte
zeitlebens eine solche Doppelexistenz zwischen Kunst und Beruf,
Phantasie
und Realität; spätestens seit seinen "Lehr- und Marterjahren"
in Bamberg sollte diese Spannung zum Antrieb wie auch zum Leitthema
seiner
Kunst werden.
Ein musisches Gymnasium, das seinen Namen führt, wird
sich gern
an die Licht- und Schattenseiten dieser Biographie erinnern.
E.T.A.Hoffmann
hat natürlich auch seinen Platz: im Literaturunterricht, wo seine
Geschichten gelesen und besprochen werden; im Kunstunterricht, wo sie
illustriert
werden; und in musikalischen Darbietungen des Schulorchesters. Eine
Hoffmann-Skulptur
im Schulhof (von Reinhard Klesse), ein stummer Außenbeobachter
des
Schullebens, stellt eine dämonisch-unheimliche Persönlichkeit
dar.
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